Glossar

 

 

 

B

Saint-Gobain Glass Bibliothek und Tür aus Glas

 

b-Faktor, Shading Coeficient: Mittlerer Durchlassfaktor der Sonnenenergie, bezogen auf den Gesamtenergiedurchlassgrad eines zweischeibigen Normal-Isolierglases. Wesentlicher Faktor zur Berechnung der Kühllast eines Gebäudes.

 

 

 

C

 

Chemisch vorgespanntes Glas: Glas, das durch einen lonenaustausch Prozess eine erhöhte Festigkeit gegenüber mechanischer oder thermischer Beanspruchung erlangt.

 

D

dB: Abkürzung für Dezibel, die Einheit der relativen Lautstärke,

 

aufgetragen auf einer logarithmischen Skala. Gewichtete Dezibel [dB(A)] sind „gewichtet“ gegen die Schallempfindlichkeit des menschlichen Ohrs.

 

 

Direkte Transmission: Der Anteil der Sonnenstrahlung, der direkt durch das Glas ins Rauminnere gelangt.

 

Drahtglas: Glas, das durch kontinuierliches Gießen und Walzen hergestellt wird und in das beim Produktionsprozess eine durchgängig verschweißte Drahteinlage eingebracht wird. Die Glasoberflächen können strukturiert oder poliert sein.

 

E

Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG), vorgespanntes Glas: Glas, das nach dem Zuschneiden und weiteren Bearbeitungsschritten gleichmäßig erhitzt und dann mit Kaltluft konvektiv abgekühlt wird. Dies verleiht dem Glas eine erhöhte Festigkeit  gegen mechanische und thermische Belastungen sowie das charakteristische Bruchbild (Krümelstruktur).

 

Eisenarmes Glas: Besonders strahlungsdurchlässiges („extra-weißes“) Glas, das aufgrund seines geringen Eisenoxydgehalts eine geringere grünliche Eigenfärbung aufweist als normal klares Floatglas.

 

Emailliertes Glas: Glas, auf dessen Oberfläche eine Mischung aus keramischen Farben („Glasfritte“) durch Walzen oder Gießen aufgetragen und bei hohen Temperaturen eingebrannt wird.

 

Emissivität: Eine Eigenschaft der Oberfläche eines Materials: die relative Fähigkeit einer Oberfläche, Energie zu absorbieren und in Form von Strahlung wieder abzugeben. => „Low E“

 

EN: Abkürzung für „Europäische Norm“: europäische Standards, die nach und nach die alten nationalen Normen ablösen, um eine europaweite Harmonisierung zu erreichen.

 

Energieabsorption: Der Anteil der Sonnenstrahlung, der vom Glas absorbiert und nach außen und innen wieder abgegeben wird.

 

Energiereflexion: Der Anteil der Sonnenstrahlung, der vom Glas reflektiert wird.

 

Energietransmission: Der Anteil der Sonnenstrahlung, der direkt durch das Glas gelangt.

 

Entspiegeltes Glas: Oberflächenbehandeltes Glas, das Lichtreflexionen minimiert und dadurch praktisch reflexionsfrei wirkt.

 

F

Feuerwiderstand: Die Fähigkeit eines Baumaterials, eine wirksame Barriere gegen die Ausbreitung von Flammen, Rauch und giftigen Gasen zu bilden und/oder die Transmission von Hitzestrahlung zu verhindern.

 

Floatglas: Hochwertiges, transparentes Flachglas, hergestellt im sogenannten „Float-verfahren“, bei dem die geschmolzene, flüssige Glasmasse bei sehr hohen Temperaturen auf einem Zinnbad schwimmt („floaten“). Das endlos gezogene Glasband wird zu sogenannten Bandmaßen zugeschnitten.

 

G

g-Wert, Gesamtenergiedurchlassgrad: Abkürzung für den „Gesamtenergiedurchlassgrad“ entsprechend EN 410 / DIN D67507. Die Summe des direkt durchgelassenen Strahlungsflusses und der sekundären Wärmeabgabe der Verglasung nach innen.

 

Gebogenes Glas: Glas, das in eine Form gelegt und bis zum Erweichungspunkt erhitzt wird, so dass es die Form der Unterlage annimmt.

 

Gekühltes Glas: Bei der Floatglasherstellung wird das heiße Glas im sogenanntem „Kühlofen“ langsam abgekühlt. Dadurch werden Spannungen im Glas vermieden, so dass das Glas ohne Bruchgefahr geschnitten und weiter verarbeitet werden kann.

 

Gesäumt: Grundlegende Form der Kantenbearbeitung, bei der die scharfen Kanten von geschnittenem Glas entfernt werden.

 

Gießharz-Laminat: Zwei oder mehr Glasscheiben (Schalen) werden mit einer oder mehreren Zwischenschichten aus Gießharz verbunden.

 

H

Heat-Soak-Test (HST): Zusätzliche thermische Behandlung eines Einscheiben-Sicherheitsglases nach dem Vorspannprozess, um das Risiko von Spontanbrüchen durch Nickelsulfid-Einschlüsse zu verringern.

 

Horizontale Vorspannung: Thermischer Prozess, bei dem das Glas horizontal über Rollen geführt und dabei durch intensive Abkürzung vorgespannt wird.

 

I

In der Masse gefärbtes Glas: Transparentes Floatglas mit dauerhafter, gleichmäßiger Färbung in der Glasmasse.

 

Isolierglas: Verglasung aus zwei oder mehr Glasscheiben, die durch Abstandhalter auf Distanz gehalten werden und mit organischen Klebern miteinander verbunden sind. Auch „Mehrscheibenisolierglas“ (MIG).

 

L

„Low-E“: Niedrig-emissive Beschichtungen, reduzieren die normale, relativ hohe Emissivität von Glas. Die Beschichtungen sind fast vollständig transparent für das sichtbare Licht. Sie reflektieren die langwellige Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) im Gebäudeinneren an ihrer Oberfläche, so dass sich eine hohe Wärmedämmung ergibt.

 

N

Nickelsulfid-Einschlüsse: Kleine, fast kugelförmige Verunreinigungen im Glas. Sie können bei Einscheiben-Sicherheitsglas unter bestimmten Umständen in der Anwendung zu Spontanbrüchen führen.

 

P

Position: Die Oberflächen einer Verglasung werden von außen nach innen durchgezählt. Die äußere Oberfläche wird stets als Position 1 bezeichnet.

 

PVB (Polyvinyl-Butyral): Kunststoff-Zwischenschicht in Verbund-Sicherheitsglas.

 

Pyrolytische Beschichtung: Metalloxidische Beschichtung, die „online“ während des Produktionsprozesses auf das Glas aufgetragen wird.

 

R

Rw: Einzahl-Angabe zur Kennzeichnung der Luftschalldämmung von Bauteilen in dB.

 

Reflektierende Beschichtung: Metallische oder metalloxidische Beschichtung, die einseitig auf die Oberfläche eines Glases aufgetragen wird. Hauptfunktionen sind im sichtbaren Bereich Sonnenschutz, im langwelligen Bereich (Infrarotbereich) Verbesserung des Wärmeschutzes durch Beeinflussung des U-Werts.

 

S

Sichtbares Licht: Teil des elektromagnetischen Spektrums, mit Wellenlängen von 380 bis 780 nm, für die das menschliche Auge empfindlich ist.

 

Silikon-Versiegelung: Bei nicht abgedecktem Randverbund eines Isolierglases wird dieser mit einer UV-beständigen Silikonversiegelung abgedichtet.

 

Sputtering: Im sogenannten Magnetron-Verfahren wird eine Edelmetallschicht „offline“, also nach dem Produktionsprozess, durch Vakuum-Kathodenzerstäubung („Sputtering“) auf ein Floatglas aufgebracht.

 

Structural Glazing: Sogenannte „Klebefassade“: Ein Aluminium-Adapterrahmen, der mit einer speziellen Isolierglas-Einheit (meist einem Stufen-Isolierglas) verklebt wird, bildet ein Modul, das durch Einhängen in eine Pfosten-Riegel-Konstruktion montiert wird.

 

Stufen-Isolierglas: Die Ränder eines Isolierglases schließen nicht bündig ab, sondern eine Scheibe überlappt die andere, etwa zur Verwendung in Dachverglasungen.

 

T

Tageslichtlenkung: Umlenkung des einfallenden Tageslichts durch Glassysteme, die reflektierende und lichtrichtende bzw. lichtstreuende Oberflächen oder Gitter enthalten. Solche Systeme verteilen das einfallende Tageslicht diffus im Raum und sorgen so für eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne Blendung oder starke Schatten.

 

Teilvorgespanntes Glas: Glas, das einer speziellen Hitzebehandlung unterzogen wird, um seine Festigkeit gegenüber mechanischer und thermischer Beanspruchung zu erhöhen. Sein Bruchverhalten ähnelt sich nicht um ein Sicherheitsglas nach DIN 18361, sondern um ein TVG nach prEN 1863.

 

Thermische Spannungen: Spannungen im Glas, die durch Temperaturunterschiede erzeugt werden. Werden diese zu groß, zerbricht das Glas. Dieser Bruch wird als „Thermobruch“ bezeichnet.

 

U

UV-Transmission: Anteil der kurzwelligen Sonnenenergie (280-380 µm), die durch eine Verglasung durchgelassen wird.

 

U-Wert, Wärmedurchgangskoeffizient: Ein Maß für den Wärmeverlust durch ein Bauteil: Gibt die Wärmemenge an, die pro Zeiteinheit durch 1 m² eines Bauteils bei einem Temperaturunterschied von 1 K zwischen Innen-und Außenseite hindurchgeht. Einheit: W/(m²K).

 

V

Verbund-Sicherheitsglas (VSG), laminiertes Glas: Zwei oder mehr Scheiben (Schalen) aus Floatglas oder Einschreiben-Sicherheitsglas werden mit einer oder mehreren Zwischenschichten (meist PVB) bei Hitze und Druck fest miteinander verbunden.

 

Vorgespanntes Glas => ESG

 

W

Warm-Edge-Randverbund: Verringert den Wärmebrücken-Effekt im Randbereich von Isoliergläsern. Statt des konventionellen Aluminiums wird ein Material mit geringerer Wärmeleitfähigkeit als Abstandhalter verwendet.

 

Windlast: Druck bzw. Sog, der durch direkte Windeinwirkung auf die äußere Oberfläche eines Gebäudes ausgeübt wird. Einheit: N/m².

 

Z

Zwei-Barrieren-System: Effektive und dauerhafte Dichtung von Isoliergläsern durch eine Versiegelung mit Polyisobutylen und eine zweite Versiegelung mit Polysulfid, Polyurethan oder Silikon.

 

Zwischenschicht: Bei laminiertem Glas das Material, mit dem die Scheiben fest miteinander verbunden werden. Bei Verbund-Sicherheitsglas handelt es sich um PVB, bei Verbundglas um Gießharz.

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