SGG PLANITHERM

Beschreibung

SGG PLANITHERM ist die Bezeichnung für eine Palette niedrig-emissiver Gläser von hoher Leistungsfähigkeit. Die Produkte bestehen aus klaren Gläsern mit einer dünnen transparenten Beschichtung auf metallischer Basis. Diese Schicht besitzt eine sehr geringe Emissivität: Sie reflektiert die langwellige Infrarot-Strahlung, über die die Heizwärme hauptsächlich verloren geht.
Isoliergläser mit SGG PLANITHERM erreichen eine sehr hohe Wärmedämmung. Während der Heizperiode werden die Wärmeverluste durch die Scheibe massiv reduziert.
Die einseitige Beschichtung von SGG PLANITHERM wird im Magnetron-Verfahren durch Kathodenzerstäubung im Vakuum aufgebracht. Durch unterschiedliche Zusammensetzung der metallischen Schicht erhält man verschiedene Produkte, die sich unterscheiden durch:
- ihre strahlungsphysikalischen Eigenschaften;
- ihre Wärmedämm-Eigenschaften;
- ihre Transformationseigenschaften.
Die Produktreihe SGG PLANITHERM besteht aus folgenden Typen:
SGG PLANITHERM ULTRA N:
Glas mit sehr niedriger Emissivität; farblich neutral; Ug-Wert 1,1 W/m²K*
SGG PLANITHERM ULTRA N II:
vorzuspannende Version von SGG PLANITHERM ULTRA N. Die Eigenschaften nach dem Vorspannen sind identisch mit denen von SGG PLANITHERM ULTRA N.
SGG PLANITHERM ONE:
Glas mit äußerst niedriger Emissivität 0,01; Ug-Wert 1,0 W/m²K*.
SGG PLANITHERM ONE II:
vorspannbare Version von SGG PLANITHERM ONE.
SGG PLANITHERM MAX:
Beschichtung auf Basisglas SGG DIAMANT; Ug-Wert 0,7 W/m²K**.
SGG PLANITHERM MAX II:
vorspannbare Version von SGG PLANITHERM MAX ONE.
SGG PLANITHERM LUX:
Glas mit sehr hoher Lichttransmission und sehr hohem g-Wert auf Basisglas SGG PLANILUX; g-Wert 0,62, LT 73%, Ug-Wert 0,8 W/m²K**.

* im Isolierglasaufbau 4(16)4, mit 90 %-iger Argonfüllung.
** im Isolierglasaufbau 4(12)4(12)4, mit 90 %-iger Argonfüllung.

Palais D.U.C., Parma, Italien
Architekten: Italo Jemmi & Lorenzo Berni

 

Produktanwendungen

Die Gläser der Produktreihe SGG PLANITHERM werden zu Isolierglas verarbeitet, für alle Anwendungen im Neubau oder in der Renovation:
- Ein- und Mehrfamilienhäuser;
- Wintergärten, Glasanbauten;
- Fenster und Fassaden von Nichtwohngebäuden (Bürobauten, Verwaltungsbauten …).
Sie sind für alle Rahmentypen geeignet: PVC, Holz, Aluminium und Kombinationen daraus.
Zwei technische Kriterien bestimmen die Wahl des Glases:
- welche Wärmedämmung (U-Wert) gewünscht ist;
- ob Einscheiben-Sicherheitsglas erforderlich ist.
Ästhetische Wirkung: In der Ansicht sind alle Gläser der Produktreihe SGG PLANITHERM sehr neutral. Gleichwohl sollten innerhalb einer Fassade nur Gläser desselben Typs eingesetzt werden, um eine homogene Erscheinung zu erhalten.
 

Vorteile

Zweifach-Isoliergläser mit einem Basisglas der SGG PLANITHERM-Produktreihe erreichen eine bis zu dreimal bessere Wärmedämmung (U-Werte bis 1,0 W/m²K*) als konventionelle Isoliergläser (U-Wert 2,9 W/m²K*). Im 3-fach Aufbau kann ein Ug-Wert bis 0,4 W/m²K** erreicht werden.


Dies bietet zahlreiche Vorteile.
• Merkliche Verringerung der Heizkosten (Elektrizität, Gas, Öl, Holz).
• Mehr Behaglichkeit:
   - praktisch keine Kältezonen in Verglasungsnähe mehr;
   - maximale Ausnutzung des Raumes;
   - kaum noch Kondensation auf der Innenscheibe.
• Möglichkeit großflächiger Verglasungen unter Berücksichtigung gesetzlicher Grenzwerte für Wärmedämmung.
• Beitrag zum Umweltschutz durch Verringerung der CO2-Emissionen.
Trotz dieser hohen Wärmedämmleistung bieten die Gläser:
   - eine hohe Lichttransmission: Ausnutzung des Tageslichts durch die Scheibe;
   - eine neutrale Ansicht und Durchsicht.
• Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Isolierglas-Funktionen:
   - Selbstreinigung;
   - Schalldämmung;
   - Schutz von Personen und Gütern;
   - Sonnenschutz;
   - Gestaltung;
   - Sichtschutz.

* im Isolierglasaufbau 4(16)4, mit 90 %-iger Argonfüllung.
** CLIMATOP ONE im Aufbau 4(12)4(12)4, Beschichtung Pos. 2+5, mit 90 %-iger Kryptonfüllung.
 

Produktpalette

Monolithische Gläser

 

 

Andere Trägergläser, Abmessungen und Dicken auf Anfrage.
 

 

Verbund-Sicherheitsgläser

Die Gläser der Produktreihe SGG PLANITHERM sind als Verbund-Sicherheitsgläser in den gängigen Aufbauten erhältlich:

- mit klassischer PVB-Folie ( SGG STADIP und SGG STADIP PROTECT);
- mit schalldämmender PVB-Folie ( SGG STADIP SILENCE).
Abmessungen und Aufbauten auf Anfrage.

 

Einscheiben-Sicherheitsgläser

Die vorspannbaren Gläser SGG PLANITHERM ULTRA N II, SGG PLANITHERM ONE II und SGG PLANITHERM MAX II sind verfügbar in Bandmaßen (siehe Tabelle oben) und bestimmten anderen Abmessungen (auf Anfrage). Diese Produkte dürfen nur im vorgespannten Zustand eingesetzt werden.

Technische Daten

Die SGG PLANITHERM-Typen werden immer zu Isolierglas verarbeitet. Daher werden die strahlungsphysikalischen Daten nur für SGG CLIMAPLUS-Isoliergläser angegeben. Als Gegenscheibe kann ein klares Floatglas oder ein Funktionsglas verwendet werden.
Berechnet werden können die strahlungsphysikalischen Daten mit der Software CALUMEN, welche im Technischer Support/Hilfsmittel als kostenloser Download zur Verfügung steht.

Einfluss der Schichtposition
Die Position der Beschichtung (Seite 2 oder 3) hat keinen Einfluss auf die Wärmedämmung (U-Wert). Allerdings können in der Ansicht leichte Unterschiede auftreten. Daher sollten innerhalb einer Fassade alle Gläser die gleiche Schichtseite haben.

Aesthetische Wirkung in der Reflexion
Alle beschichteten Gläser, auch die neutralsten, können in ihrem Reflexionsbild leicht voneinander abweichen. Diese Produkteigenschaft hängt ab von der Entfernung, dem Betrachtungswinkel, dem Helligkeitsunterschied zwischen innen und außen und der Art des reflektierten Objekts.

Hinweise

Die Wahl der geeignetsten Einbaumethode und das Einsetzen der Isoliergläser hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel

- die Abmessungen der Gläser,
- die Stärke äußerer Beanspruchungen,
- die Art des Rahmens oder Fassadensystems.
Die Einbau- und Befestigungstechniken müssen den Empfehlungen der gültigen nationalen Normen entsprechen.
Die Klotzung der Gläser, die Falzabmessungen und die zulässige Durchbiegung des Rahmens sind für SGG PLANITHERM nicht festgelegt.

Hinweis
Wenn der Temperaturunterschied innerhalb der Scheibe bestimmte kritische Werte überschreiten kann, sollte sie vorgespannt werden. Die Aufheizung der Verglasung wird beeinflusst durch die klimatischen Bedingungen, die Falzhöhe, die Schatten, die von benachbarten Gebäuden geworfen werden, sowie durch Wärmequelle in Glasnähe oder das Vorhandensein von dunklen Vorhängen.
 

Regelungen

Fenster mit SGG CLIMAPLUS und Rahmen aus Aluminium (thermisch getrennte Profile), Holz oder PVC erfüllen die Anforderungen der Normen zum Wärmeschutz.
SGG PLANITHERM entspricht den Anforderungen der Klasse C von EN 1096. Es erhält das CE-Zeichen, sobald dieses offiziell in Gebrauch ist.
 

Verarbeitungsmöglichkeiten

Alle SGG PLANITHERM-Produkte müssen zu Isolierglas weiterverarbeitet werden. Sie können jedoch zuvor:
- zu VSG laminiert werden;
- vorgespannt oder teilvorgespannt (nur die vorspannbaren Versionen) sowie anschließend einem Heat-Soak-Test unterzogen werden.

Verarbeitung zu Isolierglas

• Alle SGG PLANITHERM-Gläser müssen randentschichtet werden.
• Die Schicht muss immer zum Scheibenzwischenraum
hin zeigen (Seite 2 oder 3).

 

Vorspannen, Teilvorspannen, Heat-Soak-Test

• Nur die Gläser SGG PLANITHERM ULTRA N II, SGG PLANITHERM ONE II und SGG PLANITHERM MAX II lassen sich vorspannen und einem Heat-Soak-Test unterziehen.
SGG PLANITHERM ULTRA N II, SGG PLANITHERM ONE II und SGG PLANITHERM MAX II müssen vorgespannt sein, bevor sie zu Isolierglas verarbeitet werden. Erst der Vorspannprozess verleiht der Schicht ihre Eigenschaften. Sie können ebenfalls nach dem Vorspannen dem Prozess des Teilvorspannens und dem Heat-Soak-Test unterzogen werden.
• Nach dem Vorspannen oder Teilvorspannen können die Gläser nicht mehr zugeschnitten oder kantenbearbeitet
werden. Außerdem sind keine Bohrungen oder Ausschnitte mehr möglich. Alle diese Bearbeitungsschritte müssen daher vor dem (Teil-) Vorspannen erfolgen. Details finden Sie in der „Richtlinie zum Vorspannen“ *.

 

Kantenbearbeitung, Bohren

Zum Kantenbearbeiten und Bohren von SGG PLANITHERM sind Spezialmaschinen erforderlich, die sich für die empfindlichen Beschichtungen eignen.

 

Verbund-Sicherheitsglas

• Alle SGG PLANITHERM-Typen können laminiert werden.
• Die Schicht muss im Glasverbund immer außen liegen.
• Laminieren mit Kontakt der Schicht zur PVB-Folie ist nicht möglich.
• In jedem Fall sollten Planer und Endkunde die charakteristischen Farbunterschiede zwischen laminiertem
und nicht-laminiertem SGG PLANITHERM kennen.

* Ergänzende Informationen finden Sie im Dokument „ SGG PLANITHERM und SGG PLANISTAR – Verarbeitungsrichtlinie”.
 

Hier erhalten Sie weitere Informationen

Mögliche Anwendungen