Beispielhafte Bildungsstätte: Die Uhlandschule in Stuttgart wurde saniert und in eine Plusenergieschule umgewandelt.

 

Bis 2050 soll der Gebäudebestand in Deutschland nahezu klimaneutral sein. Dieses Ziel hat die Bundesregierung im Rahmen ihres Energiekonzepts formuliert. Eine besondere Rolle spielen dabei Schulen – in Stuttgart machen diese beispielsweise mehr als 40 Prozent der städtischen Gebäudeflächen aus. Durch deren Sanierung kann eine breite Öffentlichkeit für das Thema Energieeffizienz sensibilisiert werden.
Ausschlaggebend für die Umwandlung der 1954 erbauten Uhlandschule zur ersten Plusenergieschule Stuttgarts waren neben den anstehenden Sanierungsmaßnahmen auch ihre klimatische Lage und die Übertragbarkeit der Rahmenbedingungen auf andere Objekte. Von Bedeutung ist dies, da zahlreiche Schulbauten in Deutschland aus den 1950er Jahren nun vor einer Instandsetzung stehen. Den Vorbildcharakter des Projekts unterstreicht die wissenschaftliche Begleitung durch das Fraunhofer Institut für Bauphysik und die Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Saint-Gobain lieferte mit Isover, Rigips, Weber und Saint-Gobain Glass die Komponenten für die energieeffiziente Gebäudehülle und den Innenausbau. Bosch Thermotechnik übernahm Aufgaben in der Haustechnik und Steuerung. Den Entwurf für die Sanierung lieferten hotz + architekten aus Freiburg, die Stuttgarter KBK Architektengesellschaft Belz | Lutz übernahm die Bauleitung.
Das Areal der Uhlandschule umfasst einen lang gestreckten Hauptbau, einen Pavillon und eine Turnhalle aus dem Jahre 1954. Ein
quadratischer Erweiterungsbau, geplant von den Stuttgarter Lamott + Lamott Architekten, wurde 2004 erstellt. Dessen Glasdach musste erneuert werden. Ansonsten konzentrierten sich die aktuellen Sanierungsmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik hauptsächlich auf das Haupthaus.
Als Stahlbeton-Skelettbau verfügt dieses über drei Geschosse und 1.200 Quadratmeter Grundfläche. Bei der Sanierung wurde seine architektonische Struktur durch den Kontrast zwischen anthrazitfarbenem Putz, weißen Fensterrahmen und grünen Farbakzenten farblich herausgearbeitet. Während die Haupteingangsseite als Lochfassade gestaltet wurde, ist die Süd- beziehungsweise Pausenhof-Fassade von großen Fensterflächen zwischen der Skelettstruktur geprägt. In den Brüstungsbereichen wurden hier Photovoltaikpaneele angebracht, die die PV-Anlage auf den Dachflächen ergänzen und den Stromverbrauch der gesamten Uhlandschule decken.
Ein zentrales Element der Fassadensanierung stellt die Wärmedämmung dar, die auch den Austausch der alten, einfach verglasten Fenster beinhaltet. Überall wurden Holz-/ Aluminiumkonstruktionen mit Dreischeibenverglasung eingesetzt. Das dabei verwendete Wärmeschutzglas von Saint-Gobain kombiniert die hohe Wärmedämmleistung einer 3fach-Verglasung mit dem hohen Tageslichteintrag einer 2fach-Verglasung. Die Lichttransmission beträgt 75 Prozent - ein Plus an Helligkeit, von dem vor allem die hinter den Fenstern lernenden Schüler profitieren.
Die erzielte Energiebilanz des Schulhauses ist optimal. Gemeinsam mit der ausgezeichneten Wärmedämmung trägt die Wärmeschutzverglasung maßgeblich zur Minderung der Wärmeverluste bei. Insgesamt konnten diese über die Gebäudehülle um 80 Prozent reduziert werden.
Im Zusammenspiel mit Maßnahmen zur nachhaltigen Energiegewinnung auf dem Grundstück der Schule durch Geothermie und Photovoltaik wird die Uhlandschule über das Jahr gemittelt mehr Energie erzeugen, als sie benötigt. Damit ist sie ein gelungenes Beispiel auf dem Weg zu einem klimaneutralen Deutschland 2050.

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Max, Eclaz, XN, Isolierglas, Wärmeschutz, Multi-Komfort